Katzensprache & Verhaltensweisen


Sie können lächeln oder signalisieren: "mit dir will ich nichts zu tun haben". Falls Sie die Katzensprache noch nicht verstehen, bietet sich jetzt die Chance, sie zu lernen.

Wenn eine Katze Ihnen zublinzelt, dann ist das ihre Art zu lächeln. Und ein zaghafter Biss in die Hand kommt einer Liebeserklärung gleich. So macht man das nämlich beim Liebesspiel im Katzenreich.

Jede Katze hat ihre persönlichen Lieblingsgesten. Und stellt damit mal wieder unter Beweis, dass sie eben eine Individualistin ist. Doch die Kommunikation lebt ja auch vom Gegenüber: wenn Sie mit leiser, dunkler Stimme zu ihr sprechen, wird sich ihre kleine Mitbewohnerin wohl und sicher fühlen.

Ein Streicheln (für Katzen ähnlich wie das Schlecken der Katzenmutter) über das Köpfchen wirkt für ihre Samtpfote als liebevolle Bestätigung und Anerkennung und kann manchmal mehr bedeuten als der teuerste Leckerbissen.

Legt eine Katze dagegen die Ohren steil zurück und schließt die Augen zu Schlitzen, dann steht ein Angriff bevor. Rivalen stellt sie sich mit gesträubtem Fell und Buckel entgegen und gibt ein leises, bedrohlich wirkendes "Knurren" von sich. Eine Warnung: "dies ist mein Territorium, komm nicht näher". Im Reich der Katzen ist diese Sprache eindeutig.

Die Katze drückt sich durch Körpersprache und Stimme aus. So entsteht ein vielfältiges Repertoire, Stimmungen auszudrücken oder auf die Umwelt zu reagieren.

Höchstes Wohlgefühl drückt die Katze durch Schnurren aus. Die ersten Laute der Katzenbabys sind Schnurrgeräusche, die von der Mutter erwidert werden, wenn sie ihre Babys stillt. Aber Katzen schnurren auch, wenn sie Angst haben, z. B. beim Tierarzt oder bei großen Schmerzen (durch das Schnurren versetzen sich die Katzen in eine Art Trance und versuchen sich damit selbst zu beruhigen).

Wohlbefinden
Wenn Katzen sich wohlfühlen, liegen sie gänzlich entspannt da, kneifen verträumt die Augen zu und schnurren dazu. Diese Wohlfühlhaltung lassen sie vor allem während der Schmusestunde mit ihrer Mutter erkennen und später auch beim Kuscheln mit dem Menschen. Als Höhepunkt der Entspannung beginnen die Katzen zu "treteln". Diesen sog. Milchtritt behalten manche Katzen ihr Leben lang bei.

Zur Begrüßung kommt die Mieze mit hochaufgerichtetem Schwanz und erhobenem Kopf auf Sie zu. Will sie mit Ihnen schmusen, drückt sie die Augen zu und reibt schnurrend Kopf und Flanken an Ihren Beinen. Oder sie reibt den Kopf an Ihrer Hand.
Und wenn Miez dann noch ihre Bauchseite darbietet ist das eine große Vertrauensbekundung und Sie dürfen ihr das Bäuchlein streicheln.

Köpfchengeben: ist die zärtliche Begrüßungsgebärde zwischen befreundeten Katzen und zwischen Katzen und "ihren" Menschen. Kopf, oft auch Körperseite, werden liebevoll an dem Begrüßten gerieben. Dazu gehören Schnurren und hochgetragener, steil aufgereckter Schwanz.

Treteln: Beim Treteln vollzieht die Katze leichte Trampelbewegungen mit gespreizten Pfoten, wobei die Krallen abwechselnd ein- und ausgefahren werden. Kleine Katzenkinder treteln bei der Mutter und bearbeiten damit das Gesäuge, um den Milchfluss anzuregen. Auch viele ältere Katzen treteln und suchen sich dafür meist ihre menschliche Bezugsperson aus. Eine Katze tretelt in Situationen, in denen sie sich rundum wohl fühlt. Es ist für den Menschen ein großer Liebesbeweis durch die Katze, der allerdings recht schmerzhaft sein kann.

Liebesbiss: Wenn Sie Ihrem Kätzchen während einer Schmusestunde ausdauern den Bauch kraulen, kann es vorkommen, dass es plötzlich mit den Vorderpfoten Ihre Hand festhält, mit den Hinterpfoten kräftig hineintritt und in den Handrücken beißt. Dieses Verhalten beruht keineswegs auf Bösartigkeit, vielmehr handelt es sich um den sogenannten Liebesbiss, mit dem Mieze ihre Zuneigung zum Ausdruck bringen will. Kätzchen zeigen dieses Verhalten auch untereinander. Keinesfalls dürfen Sie das Tier bestrafen, auch wenn Sie der plötzliche Schmerz verärgert.

Gähnen: Der Katzenbuckel mit Strecken und Gähnen (nach dem Schlaf zu beobachten) signalisiert Behaglichkeit und innere Ruhe. Gähnen kann in anderem Zusammenhang auch eine Befriedigungsgeste sein.

Freundlichkeit
Gute Stimmung drückt das Kätzchen mit Miauen und nach vorn gerichteten Ohren, sowie aufrecht gestelltem Schwanz aus. Die großen, runden Augen blicken ihr Gegenüber freundlich und interessiert an.

Zur Kontaktaufnahme reibt die Katze ihr Köpfchen an dem vertrauten Menschen, aber auch an Artgenossen. Katzenkinder begrüßen so ihre Mutter, wenn diese von einem Streifzug heimkehrt.

Aufmerksamkeit
Die Ohren sind gespitzt und direkt nach vorn gedreht. Die Schnurrhaare sind ebenfalls nach vorwärts gerichtet und breit gefächert. Vorläufig wirkt die Katze noch ganz ruhig, nur der Schwanz wedelt sacht hin und her. Spielerisch erhebt sie die Pfote, um nach dem Objekt der Aufmerksamkeit zu haschen.

Ruhebedürfnis
Etwa 16 Stunden am Tag verbringt das vierbeinige Energiebündel mit Schlafen. Im Schlaf zuckt das Kätzchen mit Pfoten, Schwanz und Ohren. Manchmal gibt es dabei auch leise Geräusche von sich. In diesem Zustand befindet es sich wahrscheinlich in einer Traumphase und sollte dann vollkommen ungestört sein. Auf gutgemeinte Streichler reagiert es zwar nicht aggressiv, aber vielleicht erschrocken und fühlt sich in seiner Ruhe gestört.

Lautsprache
Ohne Laute wäre die Katzensprache unvollkommen, sie unterstreicht Körpersprache und Mimik.

Miauen: Sagt die Katze in allen Tonlagen und Abstufungen, klagend, fordernd, fragend, aufgeregt. Wenn Katzenbabys sich verlassen fühlen, klingt es ganz hoch "mii, mii".

Schnurren: Drückt Wohlbehagen und ein Gefühl der Geborgenheit aus. Katzenbabys schnurren, wenn sie trinken, Katzenmütter, wenn sie ihre Babys säugen und putzen. Jungtiere fordern erwachsene Katzen und Menschen schnurrend zum Spielen auf. Befreundete Katzen schnurren, wenn sie sich begegnen, überlegene Tiere, wenn sie sich unterlegenen nähern. Aber auch bei Krankheit und Schmerzen schnurren Katzen, ja sogar kurz vor dem Tod.

Gurren: Es ist eine Art Plaudersprache in vielen Variationen, die Katzen zu allen Lebenslagen parat haben. Gurrend fordert die Katze "ihren" Menschen auf, sich ihr zu widmen, mit sanften Gurrlauten lockt die Katzenmutter ihre Jungen.

Fauchen: Wird mit gekrauster Nase ausgestoßen und bedeutet Feindseligkeit.

Knurren: Mit diesem Laut werden Gegner gewarnt. Eine Katze stößt ihn aus, wenn sie z. B. beim Essen nicht gestört werden will oder sich bedroht fühlt.

Flehmen: Die Katze sitzt regungslos da, der Kopf ist leicht erhoben, das Maul ist leicht geöffnet und die Mundwinkel ein bisschen zurückgezogen. Die Nasenlöcher sind geweitet. Der Gesichtsausdruck der Katze wirkt irgendwie "dümmlich". Diese Mimik nennt man Flehmen. Hat die Katze einen Geruch ganz besonderer Art aufgenommen, dann behält sie diesen Gesichtsausdruck mehrere Sekunden bei und verharrt fast regungslos. Erst wenn die Wahrnehmung zu Ende ist, löst sich die starre Haltung wieder und sie leckt sich einmal kurz die Lippen. Die Katze verfügt über ein zweites Geruchsorgan, das Jacobson´sche Organ. Es liegt im Gaumenbereich und ist für die Geruchs- und auch Geschmacksaufnahme verantwortlich. Eine Katze flehmt dann, wenn sie Düfte wahrnimmt, die sie besonders erregen. Die Grimasse hilft ihr, die Gerüche durch das Jacobson`sche Organ aufzunehmen und zu verarbeiten.

Schnattern: Diesen Laut äußern Katzen, wenn sie durch das Fenster einen Vogel erblicken, der für sie unerreichbar bleibt. Dann fangen sie durch schnelles Auf- und Abbewegen des Kiefers mit den Zähnen an zu klappern. Es entsteht ein schnatterndes oder meckerndes Geräusch. Der Laut ist eine Art Übersprungshandlung. Die Katze führt automatisch Bewegungen wie beim Beutefang aus. Schnattern ist eine völlig unbewusst und unwillkürlich ablaufende Handlung, die nur durch den Anblick des nahen Beutetieres ausgelöst wird.

Abwehr / Verteidigung
In der Abwehrhaltung stellt die Katze die Ohren zur Seite, die Pupillen werden groß, die Schnurrhaare legen sich zurück und sie schlägt dazu meist ärgerlich mit dem Schwanz. Übersieht man diese Zeichen geht die Katze zur Verteidigung über, zeigt ihre Krallen und teilt ärgerliche Tatzenhiebe aus. Dabei faucht und spuckt sie, oder sie knurrt tief in der Kehle und steigert sich je nach Grad der Verärgerung bis zum schrillen Schrei.

Hinweis: Diese Verhaltensweise des Schwanzschlages ist oft ein Grund für Missverständnisse zwischen Hund und Katze, weil die gleichen Signale beim Hund eine freudige Kontaktaufnahme ausdrücken.

Angriff
Angriffslustig zeigt sich die Katze hauptsächlich gegenüber ihren Artgenossen. Bei zusammenlebenden Wohnungskatzen, die sich kennen, handelt es sich meist um eine Aufforderung zu einer Balgerei. Mit hochaufgerichteten Beinen baut sie sich auf, dreht die Ohren nach hinten, hat breitgefächerte Schnurrhaare und kleine Pupillen.

Der Schwanz ist kurz hinter der Wurzel hakenförmig abgebogen und seine Haare sind gesträubt. Durch die abstehenden Haare nimmt nicht nur der Schwanz um ein Vielfaches an Volumen zu, auch die Katze wirkt plötzlich wesentlich größer. Damit soll der Gegner eingeschüchtert werden. In einer solchen Haltung kann das Tier jeden Moment "explodieren" und zur direkten Attacke übergehen, besonders wenn ein wütendes Fauchen diese Haltung begleitet.

Sie duckt sich im rechten Winkel und wirft sich dann auf die andere. Diese rollt sich blitzschnell auf den Rücken und pariert mit Zähnen und Krallen. Will sie jedoch gerade nicht, senkt sie den Kopf und signalisiert Unterlegenheit. Bei Desinteresse wendet sie den Kopf weit zur Seite.

Ängstliche Zurückhaltung

Wenn sich eine Katze in ein Versteck zurückzieht, versucht sie sich erst einmal unauffällig zu machen. Die Ohren sind nach der Seite gelegt und die Schnurrhaare angelegt. Augen und Pupillen sind schmal, das Kinn ist angedrückt. Das Gesicht sieht aus wie "eingefroren", wie überhaupt alles am Körper.

Wächst die Angst, geht sie schnell zum Angriff über. Das sollten Sie wissen, wenn sie eine ängstliche Katze anfassen wollen. Ihr sträuben sich die Haare, die Ohren liegen seitwärts am Kopf an, die Pupillen sind riesengroß, der Schwanz peitscht hin und her, und womöglich stößt sie ein lautes Kreischen aus.

Reden Sie lieber nur beruhigend auf sie ein, und ziehen Sie die Hände zurück, wenn Sie ein paar blutige Kratzer vermeiden wollen.

Wie Katz und Hund
Von Natur aus haben Katzen und Hunde nichts gegeneinander. Aber ihre „Sprache“ sind unterschiedlich. So wedeln z. B. Katzen aus Ärger mit dem Schwanz, Hunde aus Freude. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert. Jungtiere jedoch lernen schnell die „Fremdsprache“ des andern, vor allem, wenn der Mensch behutsam zwischen den beiden vermittelt.