Katzenknigge

Die meisten Katzen wissen instinktiv, wie man sich richtig benimmt, es gibt aber bestimmt einige, die von den nachfolgenden Tipps profitieren. Denkt daran, dass es nur Vorschläge sind und der jeweiligen Situation angepasst werden können.

  1. Es ist serviert!
  2. Fresse niemals aus Deiner eigenen Schüssel, wenn Du Essen vom Tisch klauen kannst.
  3. Trinke niemals aus Deiner Wasserschüssel, wenn irgendwo ein Glas Wasser (oder besser noch, mit Milch) steht, aus dem Du trinken kannst
  4. Jammere niemals vor Hunger bevor die Leute das Futter aus dem Schrank nehmen. Schreie dann aber so, als ob Du seit Wochen nichts mehr zu fressen bekommen hast.
  5. Sobald das Futter in der Schüssel ist, sollte es erst mal ignoriert werden und wenn Du Dich herabläßt zu essen, was man Dir gegeben hat, vergiß nicht, die Hälfte übrigzulassen.
  6. Bevor Du Dich entschlossen hast zu fressen, verteile grundsätzlich die ersten drei bis vier Happen auf dem Boden vor der Fressnapfunterlage.
  7. Wichtig: Wenn Menschen kochen, tun sie das nicht für sich sondern für Dich. Sie wissen es nur noch nicht. Also mach sie darauf aufmerksam, indem Du ihnen ständig vor die Füsse läufst, auf Arbeitsplatten und Tische springst und dabei lautstark miaust. Gibt Dir der Mensch dann etwas ab, brauchst Du es nicht zu nehmen wenn es nicht Deinem gutem Geschmack entspricht. Miaue dann so lange weiter bis es etwas besseres gibt.

  8. Gäste
    • Setze eine überraschte und verletzte Miene auf, wenn Du beschimpft wirst, weil Du nach dem Essen auf dem Tisch zwischen dem Geschirr spazieren gehst. Der Ausdruck sollte besagen: " Aber wenn kein Besuch da ist, darf ich das doch auch!"
    • Wenn Du einen Schoß zum Sitzen aussuchst, achte immer darauf, daß dieser auch einen guten Kontrast zu Deiner Fellfarbe abgibt. Beispiel: eine weiße Katze sollte sich immer auf dunkle Schöße setzen.
    • Begleite Gäste immer zur Toilette und beobachte, ob sie auch alles richtig machen.
    • Falls ein Gast sagen sollte, daß er Katzen liebe, behandle ihn mit hochmütigem Stolz, verhänge Deine Krallen in den Nylonstrümpfen (falls zutreffend), beiße ihn in die Fußknöchel oder wende eine Kombination der ausgeführten Möglichkeiten an.
    • Falls ein Gast sagen sollte, daß er Katzen NICHT mag, beschmuse und beschnurre ihn besonders hartnäckig denn solche Menschen müssen ja vom Gegenteil überzeugt werden.
    • Besondere Freude bereitet es Gästen, wenn Du ihnen eine naßgekaute Fellmaus auf den Schoß legst und sie damit zum spielen aufforderst.
    • Sollte ein Gast in Deiner Nähe auffällig oft niesen, dann ist er bestimmt ein Katzenhaar-Allergiker. In diesem Fall sollte man sich um den Gast ganz besonders kümmern, um ihm sein Mitgefühl auszudrücken, z.B. indem man ihm in den Schoß springt und mit dem Schwanz um die Nase wedelt.
    • Krieche grundsätzlich in die vom Gast mitgebrachten Taschen oder Aktenkoffer und durchwühle sie sorgfältig. Da muss doch was zu gebrauchen sein!

  9. Türen
    • Toleriere keine geschlossenen Türen. Um die Türen zu öffnen kann man entweder daran kratzen oder dagegen schlagen. Sobald die Tür geöffnet wird, darf man selbstverständlich nicht durchgehen
    • Nachdem Du befohlen hast, daß eine nach draußen führende Tür für Dich geöffnet wird, stehe auf der Schwelle, halb innen und halb außen, und fange an, über alles mögliche nachzudenken. Das ist vor allem wichtig, wenn es entweder sehr kalt oder sehr heiß ist und während der Schnaken-Hochsaison.
    • Handelt es sich um Terassentüren warte mit der Kratzaktion bis diese frischgeputzt sind. Dann warte bis es regnet, gehe kurz raus um Luft zu schnappen und wenn die Pfoten schön matschig und nass sind kannst Du anfangen durch "Kratzbewegungen" gegen die Scheibe formschöne Bilder und Muster darauf zu gestalten.

  10. Waschtag
    • Setze Dich niemals in den Waschkorb mit dreckiger Wäsche, bis alles sauber ist und vielleicht gar warm vom Trockner. Dieses ist sehr wichtig, vor allem bei Handtüchern.
    • Helfe stets beim Wäsche zusammenlegen. Zeige es den Leuten, wenn sie es Deiner Meinung nach nicht richtig gemacht haben, indem Du die Wäsche rumziehst.
    • Helfe stets beim Bettenmachen. Laken und Bettbezüge müssen angegriffen und gebissen werden, um sie gefügig zu machen.
    • Wenn Dir Dein Mensch die Katzentoilette reinigt, achte darauf, daß dieses sofort danach benutzt wird auch wenn Du Dich noch so anstrengen mußt und Dir vor Anstrengung die Augen vor den Kopf treten. Es muß schließlich jedem klargemacht werden, daß dies DEINE Toilette ist.
    • Hat Dein Mensch regelmässige Toiletten-Reinigungszeiten, dann warte mit dem Geschäft bis er wieder vorm Klo hockt und es reinigen will. Gehe dann auf's Klo und schenke ihm eine kleine, dufte Aufmerksamkeit. Aber Vorsicht! Anschliessend darf nichts vergraben werden, weil sonst das Aroma nicht erhalten bleibt! Vergraben wird erst, wenn Dein Mensch fertig mit der Reinigung ist und auch den Bereich um die Klos gefegt hat. Dann aber kräftig graben und möglichst so, dass viel rausfällt. Schliesslich ist es im Klo schon eng genug!
    • Wenn Du gerade Dein Nickerchen machst achte immer daruf, rechtzeitig aufzustehen, um auf dem frisch gewischten Fussboden wieder Spuren zu hinterlassen.

  11. Zusammenleben mit Menschen
    • Als allgemeine Regel gilt, daß man sich immer zu dem Menschen setzt, der beschäftigt ist und nicht zu dem, der im Moment nichts tut.
    • Liest einer Deiner Menschen ein Buch oder eine Zeitung, versuche immer, Dich darauf zu setzen. Wenn das nicht möglich ist, so setze Dich zwischen Buch und Gesicht.
    • Falls Dein Mensch strickt, setze Dich ganz brav auf seinen Schoß. Vergiß aber nicht, ab und zu die Stricknadeln anzugreifen.
    • Wenn Dein Mensch beim Briefeschreibern oder ähnlichem ist, setze Dich immer auf die Papiere, auf denen er gerade schreibt. Wenn sie Dich herunterheben, beobachte sie mit trauriger Miene. Paß gut auf, ob vielleicht mit Tinte geschrieben wird. sobald Du noch feuchte Tinte auf Papier siehst, setze Dich drauf. Nach dem zweiten Hinunterheben mußt Du anfangen Kugelschreiber und Bleistifte vom Tisch zu werfen, aber einzeln bitte.
    • Auch Schreibmaschinen sollte der Mensch nicht alleine bedienen müssen. Setze Dich auf den Schoß Deines Menschen und versuche, die Typen zu fangen. Wenn es an der Zeit ist , Papier zu beißen, dann warte, bis der Mensch ein perfekt getipptes Blatt aus der Maschine zieht.
    • Noch schöner sind Computer. Warte, bis das Telefon klingelt und der Mensch den Computer verläßt und spiele "Katze auf der Tastatur". Du wirst staunen, was Du alles auf dem Bildschirm sehen kannst.
    • Wenn jemand am Computer sitzt, rette ihn vor Verspannungen. Schleich Dich heran, streck Dich von hinten an die Lehne und zieh die Krallen einmal knackend ins Leder. Er springt auf, Du wirst beachtet und er ist vor Verspannungen bewahrt.
    • Hilf Deinem Menschenbeim Sparen: ziehe grundsätzlich den Stecker aus der Telefonbuchse, wenn Dein Mensch gerade mitten in einem Download steckt. So können unnütze Onlinekosten gespart werden.
    • Wir Katzen wissen um die Wichtigkeit der Hygiene und verwenden einen großen Teil des Tages mit der akribischen Pflege unseres Felles, unsere fast nackten Schutzbefohlenen jedoch sind arm dran. Ihre Zunge ist degeneriert und eignet sich nicht mehr zur Reinigung, so versuchen sie tapfer mit anderen Hilfsmitteln, wie künstlichen Zungen, auch Waschlappen genannt, unter der missbräuchlichen Verwendung von Wasser (das trinkt Katze doch höchstens) ihren nahezu haarlosen Körper sauber zu halten. Es ist unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen und ihnen so unsere tiefempfundene Fürsorge zuteil werden zu lassen. Regelmäßiges Gesichtabschlecken ist also unumgänglich. Am einfachsten geht es, wenn sie schlafen, da halten sie meist still.
    • Denke immer daran Dein Frauchen ganz besonders aufmerksam zu begrüssen wenn sie mit gefüllten Einkaufstüten den ersten Schritt über die Türschwelle macht. Werfe Dich Ihr direkt vor die Füsse und sei fasziniert von der menschlichen Grazie bei dem verzweifelten Versuch Dich nicht zu treten.
    • Fordere Deinen Menschen immer zur Ordnung auf, indem Du Kleidungsstücke etc. die z.B. auf Stühlen hängen irgendwie auf den Boden beförderst. Löcher die bei dieser wichtigen Aufgabe entstehen sind dann ein angenehmer Nebeneffekt und überzeugt Deinen Menschen davon, dass er die Kleidungsstücke immer gleich in den Schrank räumt.
    • Wenn Du zum Tierarzt mußt, miaue ganz besonders kläglich. Es muß ja nicht jeder wissen, daß Du Du nur so leidend bist, weil Dich Dein Mensch von der Couch geholt hat und Du den Krimi versäumst.

  12. Übelkeit
    • Tabuisieren wir es nicht länger. Übelkeit kommt halt doch des öfteren vor: Wenn Du Dich übergeben musst, ist es wichtig, dass Du schnell machst. Es sei denn Du liegst bereits im Bett. Ansonsten versuch schnell ins Bett zu kommen.
    • Falls die Zeit nicht reicht, versuch auf einen Orientteppich zu kommen. Ein Teppichboden tut es auch. Zumindest einen Sessel oder ein Sofa sollte man erreichen. Unbedingt zu vermeiden ist es, sich im Badezimmer, der Küche oder auf einem sonstigen kalten, gefliesten Boden zu übergeben müssen. (Ganz schlimm, wenn es einen auf dem Katzenklo erwischt).
    • Die perfekte Lösung der Platzfrage ist das Treffen der Tapete. Du musst nur dicht genug an die Wand kommen und ein bischen Schwung holen. Wenn Dein Frauchen nach der Gestaltung der Terassentür dann immer noch an Deiner künstlerischen Ader zweifelt, versuch es nochmal.

  13. Umgebung (Pflanzen)
    • Grundsätzlich ist zu sagen: Neue Pflanzen müssen erst einen Eignungstest bestehen! Knabber also ein bisschen an den Blättern, grab den Blumentopf aus oder benutze diesen als zweites Katzenklo. Nimmt die Pflanze Dir diese Dinge übel und geht dabei ein, so ist sie es ohnhin nicht wert gewesen, von Deinem Menschen gehalten zu werden!
    • Zimmerpflanzen und Blumenvasen! Ein Blumentopf der einen wichtigen Fensterplatz versperrt gehört grundsätzlich vertrieben. Grosspflanzen, vor allem die, die auf dem Boden stehen, eignen sich hervorragend als Ersatzkatzenklo oder wenigstens sofern sie einen Stamm haben als Ersatzkratzbaum. Nicht jeden Pflanze überlebt eine solche Umnutzung, aber ihr solltet diese Alternativen unbedingt probieren. Natürlich ist auch das Blattwerk einiger Pflanzen schon aus Sicht der Gaumenfreuden nicht zu verachten. Farne sind eine Delikatesse, ebenso wie Palmenblätter und vor allem Asparagus. Auch nicht zu verachten sind die langen Grashalme in kunstvoll gesteckten Blumensträussen. Eine echte Abwechslung zum alltäglichen Speiseplan.

  14. Möbel
    • Schränke sind grundsätzlich nur dafür da einen geeigneten Aussichtsplatz zu ergattern und bei Bedarf den daran vorbeigehenden Menschen kurz aber überraschend anzuspringen oder ihn mit einer Kralle festzuhalten ( gilt nur für halb hohe Schränke ). Das tut man am Besten, wenn der Mensch ein Glas Rotwein oder einen Teller Spagetti mit Tomatensauce in der Hand hält. Wenn der Mensch dann vor Schreck alles auf dem Boden verteilt hat, schaue ihn liebevoll an und denke, ich wollte mal gucken was Du da hast....
    • Sofas und Sessel haben eine tragende Rolle. Sie eignen sich gleich für zwei wichtige Tagesaufgaben. Zum einen muss ein gründlich abgesaugter und gereinigter Sessel erst mal wieder katzengerecht eingeweiht werden. Jeder muss deutlich erkennen können: hier schläft die Katz! Zum anderen muss der Stoff eines solchen Einrichtungsgegenstandes täglich durch kratzende Bewegungen in Form gebracht werden, bereits gezogene Fäden müssen in jedem Fall verlängert oder gar gänzlich gezogen werden sonst sieht ja keiner was unter dem Bezugstoff ist.
    • Regale mit offenstehenden Gegenständen sind unumgänglich zur Befriedigung des Spieltriebes. Jedes Teil was dort steht muss in Deinem Katzenleben mindestens einmal auf den Boden gefallen sein, wobei mindestens jedes fünfte Teil - bevorzugt jene, die Du nicht ausstehen kannst - nicht mehr in das Regal zurückkehrt, weil es kaputt gegangen ist.
    • Beim Umgang mit Möbeln ist es immer nur wichtig eine so unschuldige Miene wie möglich zu machen. Der Mensch muss grundsätzlich wissen, dass ihr es nicht gewesen seid!

Denke daran, daß eine erfolgreiche Katze immer gut ausgeruht ist: schlafe deshalb fast den ganzen Tag damit Du nachts um 3 Uhr fit bist, um auf dem Bett Bergsteigen oder Mäusefangen zu spielen.